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Ernährung

Regional Konsumieren

Was verbinden wir mit unserer Heimat und unseren Regionen? Charme, Kultur, Handwerker und die alte Häusergasse durch die man abends schlendern kann. Das Restaurant in welches Oma an Weihnachten einlädt und auch die vielen historischen Gebäude. Unsere Heimat ist für uns Wohlfühlort, hier wissen wir wo alles ist und wie alles läuft. Doch was passiert mit unseren Regionen und regionalen Produzenten im Moment? Wenn man sich die Einkaufsstraßen anschaut, dann findet man hier Konzerne, amerikanische Textilunternehmen, Franchiseketten und FastFood Diner. Ist das unsere Heimat? Die wir so lieben? Ein ganz klares NEIN – das ist Sie nicht.

Schauen wir uns an wie sehr sich unsere Regionen durch die Globalisierung verändern. Immer mehr Direkterzeuger und lokale Produzenten schaffen es nicht mehr dem Markt – und Preiskampf der großen Unternehmen standzuhalten und geben Ihre Geschäfte auf. Sei das der Handwerker, der von Hand noch Möbel produziert oder auch der regionale Bauernhof. Zu hoch sind die Kosten und zu klein ist das Verständnis für Qualität in unserer Gesellschaft geworden. Wenn ich den Konsum meiner Großeltern mit meinem heute vergleiche, dann fällt eines auf: Wir sind schnell und denken kurzfristig. Unsere Großeltern haben teilweise jahrelang gespart für eine Schrankwand oder für die Begrünung Ihres Gartens. Wir kaufen heute Schrankwände von der Stange, für 3 Jahre bis es eine neue sein muss oder die alte kaputt ist. Produktqualität und Lebensdauer haben sich verändert und somit auch unser Konsumverhalten. Ein günstiges Produkt, dass nur 3 Jahre hält, hätte mein Opa nicht gekauft. Wir tun es, weil es so günstig ist, dass wir es sofort kaufen können. Immer her damit. Was wir nicht sehen, sind die Folgen die das Ganze hat. Auf die vielen Jahre gerechnet, gebe ich nicht nur mehr Geld aus, weil ich mir 4 Schrankwände kaufe, anstatt einer – mein grüner Fußabdruck verdreifacht sich mit meinem Konsum drastisch. Zudem kaufen wir Produkte zunehmend aus einem Umkreis von mehr als 2000km. Muss das sein? Muss das sein, wenn der regionale Handwerker und der Direkterzeuger vor Ort produzieren? Brauche ich das Biogemüse aus Spanien, wenn es auch vor Ort einen Hofladen gibt?

Unser Konsum produziert unendliche Lieferwege die gekoppelt sind mit Umweltverschmutzung durch Logistik. Unser Konsum produziert pro bestelltem Onlineprodukt Verpackungsmüll von durchschnittlich 1,2kg. Gewusst?

Aber natürlich ist es bequem und spart uns Unmengen an Zeit online Waren zu bestellen. Aber geht es nicht auch anders? Keine Frage, dass Digitalisierung im Vormarsch ist und uns unheimlich viele Vorteile bringt. Tipp an der Stelle: man kann auch online regionale Produkte bestellen und online regional kaufen. Wie findet man am besten die regionalen Erzeuger? Oftmals haben Städte ein Unternehmensverzeichnis und fast jedes Unternehmen taucht in Branchenbüchern auf. Zusätzlich hat jede Stadt einen Wochenmarkt auf dem man regionale Produkte beziehen kann. Ja, ich weiß der Aufwand ist hoch und der Wochenmarkt macht schon 16 Uhr zu. Trotzdem gibt es Mittel und Wege regionale Produkte zu beziehen. In einer statistischen Auswertung des BUND gaben sogar 65% der Befragten an, dass Sie ein regionales Produkt einem Bioprodukt vorziehen würden (siehe unser Artikel Bio oder Regional). Hilfe bekommen wir dabei sogar von Supermärkten wie z.B. Denn‘s Biomarkt und auch Rewe. Auch Bioläden und unverpackt Läden streben einen großen Teil an regionalen Produkten an. Hier gibt es sogenannte Regionalecken und Regionalabkommen das bedeutete, dass frische Produkte zu einem Teil von bis zu 70% aus der eigenen Region bezogen werden.

Was können wir noch tun? Uns bewusstmachen, dass die Gelder unseres Konsums auch in unsere Regionen zurückfließen und damit einen Beitrag zu Arbeitsplätzen und Wohlstand leisten. Alles was ich bei einem amerikanischen Konzern kaufe, fließt nicht in meine Region zurück. Aber alles was ich auf dem Wochenmarkt und dem lokalen Bäcker kaufe schon.

beekeeper collects the honey

Viele regionale Erzeuger und Produzenten müssen Ihre Geschäfte aufgeben. Die Entscheidung dafür, treffen wir als Kunden. Nehmen wir das Beispiel Imker. Wir beziehen den Honig von großen Unternehmen wie z.B. Langnese. Mal davon abgesehen, dass hier bei der Honigproduktion wenig Rücksicht auf den Fortbestand der Bienenvölker genommen wird, legt der Honig 800km zurück bis er bei uns ankommt und wurde bis dahin mindestens 4x verpackt und wieder ausgepackt. Das ist paradox, wenn doch der Imker direkt vor unsere Nase sitzt. Der Imker der dafür sorgt, dass es den Bienenvölkern gut geht. Der Imker der seinen Bienen auch einen Teil des Honigs zum Überwintern lässt. Welche Variante wählt ihr? Um die Umwelt zu schonen und unsere eigenen Regionen zu unterstützen sind wir gezwungen in den kommenden Jahren umzudenken. Wir müssen handeln, damit wir weiterhin unsere Ressourcen verantwortungsvoll nutzen können.

Jeder Schritt oder kleine Kompromiss kann dabei helfen. Das Paradoxe ist an der Stelle für mich, dass unsere Großeltern schon wussten, was wir wieder lernen müssen. Unsere Regionen und regionaler Konsum besitzen den größten Nachhaltigkeitsfaktor.

Bildquelle: Fotolia © freepeoplea, © kasto

2Kommentare

  1. Absolut geiler Bericht. Klasse und danke. Unser Geldbeute bedeutet Macht. Wir entscheiden, ob wir die großen Megakonzerne noch größer und zugleich mächtiger machen.
    Unsere Chance liegt in der Regionalität.

  2. […] einen Auftrag. Das gilt sowohl für private Lieferungen als auch für den Onlineeinkauf bei einem regionalen Laden, der nach Hause geliefert werden […]

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