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Allgemein

Regional oder Bio?

2014: der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und –Getränken im deutschen Einzelhandel steigt von 7,55 auf 7,91 Milliarden Euro. Tendenz für den Biomarkt seit dem Jahr 2000 steigend. Doch was ist den Verbrauchern wichtig und was ist für einen grünen Fußabdruck und die eigene Gesundheit relevant? Die Biolebensmittel oder der regionale Kauf von Lebensmitteln und Produkten? Mit Zahlen und Fakten möchten wir dieser Frage auf den Grund gehen.

Die begehrtesten Bioprodukte in Deutschland sind Eier, Gemüse, Fleisch und Kartofelln. Alles Produkte die in jeder Region angebaut und produziert werden. Dabei greift der Deutsche Konsument in 45 aus 100 Einkäufen zu Biolebensmitteln. Biomärkte und auch Supermarktketten wie z.B. Rewe, Lidl arbeiten bereits hier mit regionalen Lieferanten. Der Begriff ‘regional’ spannt sich allerdings hier auf eine Distanz von bis zu 300km. Im Normalfall gibt ein Konsument 50-120 km an, wenn er von Regionalität spricht.

Hinzu kommt, dass ca. 80% der Produkte bei Discount Supermärkten gekauft werden. Alle anderen verteilen sich auf Wochenmärkte, lokale Erzeuger, Bioläden und Naturkostgeschäfte – die ohnehin zu fast 90% des Gemüse, Obst, Fleisches regional beziehen. Ein Großteil der Bioprodukte wird deutschlandweit und auch in den Niederlanden, Belgien, Dänemark produziert. Ein Bioprodukt kann dabei einen Lieferweg von bis zu 2000km zurücklegen bis es im Discounter liegt. Ist dieser Fußabdruck also grün?

Schauen wir uns die Konsumenten an und Ihre Beweggründe warum Bioprodukte gekauft werden. Im Ökobarometer der BÖLN von 2016 gaben 93% der Frauen und 89% der Männer an, Bioprodukte  zu kaufen, weil Sie damit die regionale Herkunft fördern und regionale Betriebe unterstützen können. Das Bioprodukt aus den Niederlanden hat allerdings nicht mehr viel mit Unterstützung der eigenen Region gemein. Ein großer Vorteil aller Bioprodukte aus Supermärkten und Ketten sind hingegen die Biosiegel und Zertifikate. Hohe Auflagen und Richtlinien ermöglichen dem Verbraucher ein Produkt zu kaufen, dass seinen Anforderungen entspricht. Der kleine regionale Hofladen hat oftmals diese Siegel nicht – kann aber durchaus dieselbe oder eine sogar bessere Qualität bieten. Zudem fällt auf, dass die Kundengruppe die ausschließlich Bioprodukte kauft, Frauen sind. Im Vergleich dazu kaufen nicht halb soviele Männer regelmäßig Bioprodukte, sind sich aber bewusst die Region unterstützen zu wollen. Sind sich Konsumenten dieser Tragweite also im Klaren? Aufschluss darüber gibt eine Bewertung zur regionalen Herkunft von Lebensmitteln. Ganze 65% sagten in dieser Befragung, dass Ihnen ein ökologisches Produkt wichtiger sei, als die Regionalität. Und damit auch wichtiger als umweltverschmutzende Lieferwege, Verpackungsmüll und der lange Weg eines Produktes. 82% gaben an, dass ökologische Qualität und Regionalität gleichsam bedeutend sind und Sie bevorzugt regionale Biowaren kaufen. 64% gaben an, dass ein 100 % ökologische Produktion und Verarbeitung weniger wichtig ist, wenn es aus der eigenen Region kommt.

Geht Bio und Regionalität also zusammen? Aufschluss darüber gibt uns eine Gegen-überstellung von identischen Lebensmitteln und dem Bewertungsfaktoren der Lebensmitteleigenschaften bio und regional. Hier wird deutlich, dass beim näheren Hinsehen, der regionale Faktor für alle angegebenen Produkte im Vordergrund steht. Regional gewinnt also gegen Bio.

Warum ist es aber noch wichtig regional zu kaufen? Viele große Lebensmittelhersteller, Fleischfabriken etc. versuchen durch den ansteigenden Trend der gesunden Ernährung und auch der vegetarischen Bewegung, Produkte auf den Markt zu bringen denen der Konsument vertrauen kann. Dank Biosiegeln und Werbebudgets geht dieser Plan auch auf. Doch was macht der kleine Hofladen nebenan, der diese Philosophie schon seit mehreren Jahrzehnten lebt? Nicht der Produzent ist an dieser Stelle gefragt sondern der Konsument. Viele Supermärkte besitzen regionale Ecken – hier findet man ausschließlich regionale Produkte. Bioläden und Wochenmärkte offerieren fast ausschließlich regionale Produkte. Etliche Biohöfe und Geschäfte bieten mittlerweile Obst – und Gemüselieferdienste an.

Fazit: Der bewusste und gesunde Lebensmittelkonsum in Deutschland nimmt zu. Aufgepasst werden muss aber deutlich auf die Herkunftsländer der Produkte und die Unternehmen die dahinter stehen. Am Ende produziere ich sonst einen größeren Fußabdruck und größere Lieferwege als würde ich herkömmliche Massenprodukte im Supermarkt kaufen. Und das, ist und kann nicht die Itention von Bioware und nachhaltigen Lebensmitteln sein.

Bildquelle: fotolia.com © Robert Kneschke

2Kommentare

  1. […] BIO-Zertifikat, weil dafür bislang das Geld fehlte, aber dafür wenden wir bereits von Anfang an BIO-Standards an. Unser Team ist outstanding, wie man so schön sagt. Sowohl fachlich als auch […]

  2. […] an, dass Sie ein regionales Produkt einem Bioprodukt vorziehen würden (siehe unser Artikel Bio oder Regional). Hilfe bekommen wir dabei sogar von Supermärkten wie z.B. Denn‘s Biomarkt und auch Rewe. Auch […]

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