11.04.2015

Durchatmen und Spotten – Upyama Green Lifestyle integriert Nachhaltigkeit und Work-Life Balance in Deinen Alltag!

selbständigkeit.de

Upyama Green Lifestyle ist die neue Plattform für nachhaltiges und gesundes Leben. Anja Hauer, Gründerin und Geschäftsführerin von Upyama Green Lifestyle, hat sich heute unseren Interviewfragen gestellt. Viel Spaß beim Lesen.

Was ist Dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?

Du bist nur so gut wie die 5 engsten Menschen an Deiner Seite und um Dich herum. Umgebe Dich mit Menschen, privat und geschäftlich, die Dich vorwärtsbringen. Positive Gemüter, Enthusiasten, Macher und Ideengeber bereichern, fordern und fördern Deine Persönlichkeit und schleifen loyal an Deiner Idee mit – bis sie ein Brillant ist.

Was waren Deine Top 3 Learnings?

1 Fokussierung!
Habe immer Dein Endziel vor Augen und die Stufen, die Dich dorthin bringen und verzettle Dich auf dem Weg dorthin nicht. Reflektiere Dich selbst und geschaffte Meilensteine, fokussiere Dich auf kommende Schritte und weine nicht kleinen Kieselsteinen und Misserfolgen hinterher.

2 Viele Wege führen nach Rom!
Natürlich kann man selber immer alles am besten. Wenn man aber nicht schnell lernt, Verantwortung abzugeben, hemmt man sich selbst im Wachstum. Also bedenke: viele Wege führen nach Rom, auch wenn es nicht Dein eigener ist. Damit sind sowohl Mitarbeiter als auch außenstehende Dienstleister gemeint.

3 Lass es auch mal raus – scheitern tut gut!
Eine Träne hier, Verzweiflung und ein Wutausbruch sind bei jungen Firmengründern legitim. Was raus muss, muss raus – denn danach hast du wieder Kraft für Neues. Am besten kann ich Euch das an einem praktischen Beispiel erklären – typisches Gründerszenario: Ich denke es war der 3. oder 4. Banktermin bei dem mir sachlich zu verstehen gegeben wurde, dass ich als Fachkraft auf dem Arbeitsmarkt besser aufgehoben bin. Die Heimfahrt auf der Autobahn glich einem Trauerzug, Sprechen ging nicht mehr und es brach dann eben alles mal aus mir raus. Am Abend Zuhause habe ich meinem Mann zu verstehen gegeben, dass ich jetzt BEWUSST und nur an diesem Tag schmollen werde – mit einer Flasche Wein. Und genau das hat unheimlich gutgetan. Einigeln und auch einfach mal gescheitert sein – allerdings bitte immer ohne Selbstmitleid. Denn ACHTUNG, an dem Tag darauf hatte ich wieder so viel Antrieb und Energie, dass prompt alles klappte. Also JA, es darf auch mal alles raus, wenn Ihr dadurch Kraft schöpfen könnt.

Was ist Dein Geschäftsmodell?

Als digitales Geschäftsmodell haben wir Kunden sowohl im B2B als auch im B2C Bereich und haben das Unternehmen auf 4 Umsatzsäulen aufgebaut. Die 4 Säulen bestehen aus: der eigenen Produktlinie aus nachhaltigen Produkten, die wir als Handelsware unter dem Upyama Label vertreiben, dem Lifestyle Magazin das ¼ jährlich erscheint und abonniert werden kann, sowohl von Endkunden als auch Unternehmen, den Green Spot Einträgen auf unserer Website und in unserer App und auch den erweiterten Werbemöglichkeiten, die wir dem Kunden bieten. Die 4. Säule ist die Ausgestaltung von Ernährungsplänen und Kochbüchern, die es individuell zum Download, als Einkaufszettel oder auch in der App zu kaufen geben wird. Geplant ist zusätzlich die Ausrichtung von sogenannten Green-Life-Camps, bei denen wir mit kleinen Gruppen von 10-15 Personen einen Exkurs in das nachhaltige Leben machen und einfach aufzeigen wie man Nachhaltigkeit in seinen Alltag integriert.

Wie ist die Idee zu Upyama – Green Lifestyle entstanden?

Upyama setzt sich aus zwei Begrifflichkeiten zusammen, dem Wort ‚Upcycling‘ und ‚Yama‘. Beim Upcycling schafft man aus etwas altem, eigentlich aus Müll, etwas neues, Hochwertigeres und haucht ihm wieder Leben ein. Yama ist die 1. Stufe des Raya-Yoga und bedeutet so viel wie ‚höhere Erkenntnis‘, ‚neues Bewusstsein‘. Außerdem ist ‚Yama‘ im osteuropäischen Raum auch ein Begriff für ‚Markt & Treffpunkt. So entstand der Name Upyama – als Synonym für ein neues Konsumbewusstsein auf einer nachhaltigen Ebene!

Was ist das Besondere an eurem Startup Upyama – Green Lifestyle?

Ich achte darauf, dass es der wichtigsten Ressource eines Unternehmens gut geht: den Mitarbeitern. Ergonomie, Work-Life-Balance und nachhaltige Entwicklung sind auch bei einem Startup möglich und unabdingbar.
Wir haben von Beginn an soziales Engagement in unserer Philosophie verankert und unterstützen soziale Projekte und Vereine im Bereich unserer Möglichkeit, um ein Stück zurückzugeben.

Hast Du von Anfang an Geld verdient oder gab es auch richtige Durststrecken?

Das Unternehmen wurde im Oktober 2015 gegründet und ist seit März mit der Beta-Version der Website online. Wir befinden uns noch in der Startphase und konnten in den ersten 2 Monaten des aktiven Vertriebs 4-stellige Umsätze verzeichnen. Das diese Umsätze natürlich bei weitem die Investitions-und Werbekosten nicht decken, liegt auf der Hand. Wir planen aber bereits Mitte 2017 profitabel zu sein und liegen derzeit auch im Plan unserer Ziele. Toi, Toi, Toi!

Hast Du Dich sofort Vollzeit selbstständig gemacht?

Nachdem die Idee zu Upyama – Green Lifestyle geboren war, stand das Thema Selbstständigkeit natürlich im Raum. Ich habe glücklicherweise einen sehr flexiblen Ausstiegspunkt bei meinem vorherigen Arbeitgeber wählen können und bin seit Anfang Dezember 2015 in Vollzeit als Geschäftsführung und Allrounder bei der Upyama GmbH tätig. Alles andere wäre in meinen Augen auch dem Projekt nicht gerecht geworden beziehungsweise hätte meinen Arbeitgeber nur geärgert, denn meine Gedanken schweiften ständig um die Projektentwicklung und Umsetzung. Die volle Fokussierung auf das Vorhaben unseres Startups hat die notwendige Effizienz und auch Schnelligkeit gebracht, die man als junges, digitales Unternehmen eben braucht, wenn man sich am Markt etablieren will.

Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?

Glücklicherweise gleicht keine Woche der anderen. Ein normaler Tag startet bei mir um 7:00 Uhr im Büro. Ich treffe kurz Vorbereitungen, gehe den Tagesplan durch, checke meine Mails und koche Kaffee bevor meine Mitarbeiterin kommt. Da man als Unternehmer immer einen Plan haben sollte ist mir diese halbe Stunde am Morgen heilig, so kann ich mich auf die wichtigen Dinge konzentrieren und arbeite nicht einfach planlos in den Tag hinein. Je nachdem welche Projekte und Termine anstehen sind wir entweder unterwegs oder auch auf Messen, Netzwerktreffen etc. Wenn wir aber im Büro sind ist es ein Credo, dass zur Mittagspause ein Spaziergang eingelegt wird. Das bläst den Kopf frei UND das beste Brainstorming zu komplexen Themen, hatten wir bisher auf unserer Mittagsrunde. Feierabend ist bei uns gegen 17 Uhr. Aber nicht für meinen Kopf – denn dieser wird auch gern abends nochmal aktiv, wenn es darum geht Prozesse aufzubauen oder Projekte neu zu durchdenken. Wichtig an diesen Tagen ist einfach, dass man sich einen körperlichen Ausgleich schafft und auch mal ernst nimmt, wenn die Familie und Freunde einem sagen, dass es langsam mal reicht mit dem Thema ‚Firma‘.

Wo siehst Du Dich und Upyama – Green Lifestyle in 5 Jahren?

In 5 Jahren sind wir 1. der drei größten Plattformen im Green Lifestyle Bereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Regionalität ist das neue schwarz und Nachhaltigkeit MUSS ein so fester Bestandteil aller Menschen werden wie heute das Smartphone!

Wo findet man noch mehr Informationen über Upyama – Green Lifestyle?

Natürlich auf unserer Homepage oder auch in unserem aktuellen YouTube Video:

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16.03.2015

Vom aufwendigen Weg, einen Internet-Marktplatz zu gründen

Thüringer Allgemeine Eisenach
TA, TLZ, OTZ Thüringen

Eisenacher Jung-Unternehmerin plant Plattform für nachhaltiges Leben und setzt ihre Idee jetzt Schritt für Schritt um

Anja Hauer hat in ihrem Startup-Unternehmen mit Katrin Senf die erste Angestellte. Außerdem verkauft sie seit kurzem über das Internet nachhaltige Produkte, als Zwischenschritt, bis ihr Internet-Marktplatz „Upyama“ ins Laufen gekommen ist.

Eisenach. Wer mit einem Internet Start-Up Erfolg haben will, muss offenbar noch flexibler sein als Existenzgründer auf anderen Geschäftsfeldern. Diese Erfahrung macht Anja Hauer. Die Eisenacherin entwickelt in einem Büro in Stedtfeld unter dem Namen „Upyama“ einen Internet-Marktplatz für nachhaltige Ideen und Produkte.

Dabei plante sie von Anfang groß: Die Seite sollte professionell programmiert und gestaltet sein. Sie warb bei vielen Kleinstunternehmern, um sie auf die Seite aufzunehmen. Das Spektrum reichte von Leuten, die selbstgemachten Lebensmittel anbieten über Bio-Produkte, Angebote für Vegetarier und Veganer, bis hinzu sogenannten Upcyclern, die aus eigentlich ausgemusterten Sachen neue, oft trendige Produkte herstellen.

Die Idee: Die kleinen Anbieter, die wenig Wissen über die Vermarktung ihre Produkte haben, nutzen die auf bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Upyama-Internetseite zum Verkauf und zahlen dafür eine Gebühr, ähnlich wie bei anderen Internet-Kaufhäusern, eine Art „grünes Amazon“.

Zudem wollte Hauer Gleichgesinnte zusammenbringen mit einer Info- und Diskussionsbörse über nachhaltige Lebensweise. Ab Sommer 2015 nahm die Sache Fahrt auf (wir berichteten). Per Crowfunding, also dem Sammeln kleiner Beträge bei denen, die an die Idee glauben, kamen 19 000 Euro zusammen, schildert Hauer, die selbst erheblich mehr investiert.

Vom festen Job in die Selbstständigkeit

Auch zwei größere Investoren hätten sich mittlerweile an dem jungen Unternehmen beteiligt. „Es ist sehr schwierig, Kapital für solche Ideen zu beschaffen“, sagt Hauer. Gerade bei Internetfirmen seien die Banken mit Krediten extrem zurückhaltend.

Im Oktober wurde die Idee dennoch zur GmbH. Im November stieg sie aus ihrem Marketing-Job bei einem Gerstunger Unternehmen aus und widmet sich seit Dezember nur noch ihrer Selbstständigkeit. Zum 1. März hat sie mit Katrin Senf ihre erste Mitarbeiterin angestellt. Und jüngst präsentierte sie sich auf der Gründermesse „Ignition“ in Erfurt: „Das war ein erster Test und wir haben durchweg positive Rückmeldungen erhalten“, sagt Anja Hauer.

„Aus dem großen Dampfer haben wir mehrere Schnellboote gemacht“, schildert die Gründerin den flexiblen Umgang mit ihrer Geschäftsidee. Zwar bleibe es Ziel, einen grünen Marktplatz unter dem Titel „Upyama Local Greenspots“ zu schaffen. Seit wenigen Tagen ist nun die professionelle Webseite im Netz. Sie versammelt 8000 Adressen mit entsprechenden Angeboten. Per Suchmaschine kann nicht nur nach Produkten gestöbert werden, sondern auch nach Postleitzahlen und damit nach regionalen Anbietern.

Bis der eigentliche Marktplatz in Schwung kommt, hat sich Hauer neue Geschäftsfelder ausgedacht. So erarbeite sie bis Ende April eine Hochglanz-Zeitschrift zum Thema Nachhaltigkeit. Kunden, die sich auf der Webseite prominenter präsentieren wollen, können dies gegen Bezahlung tun. Wer noch etwas drauflegt, kann auch in das Magazin kommen.

Das soll wiederum in einer Auflage von bis zu 50 000 Stück in passenden Läden angeboten werden, etwa in einer Biomarkt-Kette, die auch in Eisenach ein Geschäft hat. Die Preise für die unterschiedlichen Werbepakete bewegen sich im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich.

Eine eigene Produktlinie wurde aufgelegt

Auf der Internetseite gibt es zudem Videos, bei denen Hauer und ihr Team in Meng‘s Küchenstudio in Stockhausen mit Zutaten der beteiligten Kleinhändler Gerichte zubereiten – eine weitere Werbemöglichkeit für die Unternehmer, die bei Upyama Kunden werden sollen.

Und gleichzeitig ein Austausch-Forum für Gleichgesinnte, ebenso wie das Internettagebuch, das Upyama anbietet. „Zudem haben wir jetzt auch eine eigene Produktlinie“, schildert Anja Hauer. Sie verkauft T-Shirts, Filz-Taschen, handgehäkelte Mützen – alles von Kleinunternehmern aus der Region – und individualisierte Holzfahrräder aus Holland.

Auch hier kommt die Nachhaltigkeits-Denke durch: Ein Teil der Erlöse geht an das Kinderhospiz und an die Tierschutz-Organisation Peta. Bis zu zwei Jahren werde es wohl dauern, bis der Upyama-Marktplatz so läuft, wie er soll, sagt Hauer: Aber schon bald soll er dem jungen Unternehmen auch im Netz erste Umsätze bringen.

Klaus Wuggazer / 16.03.16 / TA

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01.03.2016

„ Besser eine Tür offen lassen als eine geschlossene einrennen!“

Gründerbericht, firma.de

Anja Hauer ist die Gründerin der Eisenacher App und Webapplikation Upyama Local Green Spots. Dabei wird dem Nutzer ermöglicht in einem Umkreis von 100km Green Spots in seiner Region zu finden und gezielt dort oder online zu bestellen. Upyama ist mit dem Ziel angetreten, nicht nur die Thüringer Biomarktszene zu vernetzen, sondern auch ein Bewusstsein für ein ganzheitliches, gesundheitsbewusstes und ressourcenschonendes Leben zu schaffen. Um das nötige Kleingeld für den Online-Marktplatz aufzutreiben, hat sich Anja Hauer für Crowdfunding entschieden. Wie das funktionierte und ihre wichtigsten Gründertipps, erfahren Sie in unserem Gründerinterview.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Upyama zu gründen?

Ich war als Kunde auf der Suche nach einer Plattform für nachhaltige Einkaufsmöglichkeiten. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass es zwar eine Menge Onlinehändler für Bioprodukte gab, aber keinen Marktplatz oder Online-Shop, der alles verbindet und ich mir so eine Übersicht verschaffen kann. So kam ich auf die Idee, Upyama zu gründen. Der Shop ist ein Netzwerk aus Händlern, das man bequem zuhause oder auch unterwegs per App nutzen kann. Mit Upyama finde ich nachhaltige Händler oder Dienstleister in meiner Nähe. Auch Anbieter können sich so neu vernetzen und voneinander profitieren, denn oft sitzt ein Biobauer in Thüringen und kauft bei ökologischen Lieferanten aus Bayern. Durch uns kann er auch hier sparen, denn kürzere Lieferwege schonen sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel und stärken die lokale Wirtschaft.

Wie muss ich mir das Geschäftsmodell vorstellen?

Upyama ist eine App und Webapplikation, die es dem Nutzer ermöglicht, in einem Umkreis von 100 Kilometern Green Spots Shops anzeigen zu lassen. So kann ich per App am Heimatort, im Urlaub oder sogar auf Geschäftsreise nach regionalen Hofläden, Bioläden, Veggie-Hotels oder veganen Restaurants suchen. Darüber hinaus kann ich mich per GPS-Navigation direkt zum jeweiligen Bioladen lotsen lassen. Aber natürlich ist auch eine einfache Onlinebestellung möglich. Unsere Produktpalette reicht von Lebensmitteln über Produkte nachhaltiger Textilhersteller und Handwerker bis hin zu Recyclingprodukten. Die Suche funktioniert übrigens auch unabhängig von Ihrem Standort per Eingabe einer Postleitzahl.

Welche Entwicklungsschritte planen Sie mit Upyama?
Nach unserer Crowdfunding-Kampagne werden wir im Februar mit unserer Internetplattform und der App online gehen. Im ersten Schritt sollen diese Komponenten die Kunden sensibilisieren und eine Marktübersicht schaffen. Der Kunde soll einen Überblick erhalten, was bei ihm um die Ecke produziert wird und dass es oftmals nicht notwendig ist, die Produkte aus München, Hamburg oder dem Ausland anliefern zu lassen. Die regionale Komponente ist uns sehr wichtig. Allein in Thüringen mussten im letzten Jahr 15 Prozent der Kleinunternehmer schließen und unsere App kann es schaffen, genau diese bedrohten kleinen und nachhaltigen Geschäfte zu unterstützen und für ein neues Kundenklientel zu öffnen.

Im zweiten Entwicklungsschritt von Upyama soll der Nutzer die App öffnen und bekommt direkt Produkte aus der Region vorgeschlagen. Das bedeutet, wir zeigen dem Konsumenten die Möglichkeiten in seiner Regionen oder in ganz Deutschland auf. Das Ziel ist es, ein Bewusstsein für ökologisches, nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften zu schaffen. Wir wollen dem Kunden die Möglichkeit geben, einfach und unkompliziert nicht nur Hof- und Bioläden zu finden, sondern auch Jogazentren oder Biohotels. Wir geben unseren Kunden so die Möglichkeit, einem gesundheitsbewussten und ganzheitlichen Leben entsprechende Produkte und Dienstleistungen zu kaufen.

Bei der Finanzierung Ihres Unternehmens haben Sie auf Crowdfunding gesetzt. Wie lief das ab?

Wir haben unsere Crowdfunding-Kampagne mit startnext.com gestartet. Die Plattform erschien uns passend, da wir ein Unternehmen sind, das sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Gerade in diesem Bereich ist startnext.com gut aufgestellt. Beim Crowdfunding suchten wir Unterstützer, die einen Betrag spenden. Dafür erhielten Sie ein Dankeschön, das den Wert der Spende wiederspiegelte. Das war beispielsweise ein Einkaufsgutschein. Wäre die Kampagne gescheitert, hätten die Spender ihr Geld natürlich erstattet bekommen. Das gesammelte Geld floss dann zu 50 Prozent in die Entwicklung der Marktplatzsoftware und zu 50 Prozent in Kampagnen, die unseren Shop bundesweit bekannt machen sollten.

Wieso haben Sie sich für diese Form der Finanzierung entschieden?

Crowdfunding war für uns der erste Schritt, um zu testen, ob das Geschäftsmodell angenommen wird und ob eine Kundennachfrage besteht. Das war unsere Form des Proof-of-Concepts. Deshalb mussten wir die Kampagne akribisch planen. Mit ihr stand und fiel der ganze Marktplatz. Wir haben in der Region Thüringen Radiowerbung geschaltet und gezielt den Kontakt zu lokalen Medien gesucht. Schließlich ist sogar ein Zeitungsartikel über das Projekt erschienen, der in ganz Thüringen zu lesen war. Außerdem sind wir bereits in einem frühen Stadium der Kampagne an große lokale Unternehmer herangetreten. Wir haben uns auch an Personen herangewagt, die wir selbst nicht kannten, von denen wir aber wussten, dass sie über ein weit verzweigtes Netzwerk verfügen. Dort haben wir unser Projekt vorgestellt. Das funktionierte am besten, indem wir ehrlich und authentisch geblieben sind und nicht lange um den heißen Brei herumgeredet haben. So haben wir mit unserer Crowdfunding Kampagne schnell eine hohe Reichweite erzielt und es geschafft, das nötige Startkapital einzusammeln.

Gerade die Reichweite wird zu oft unterschätzt, denn dem Crowdfunding liegen verschiedene Kalkulationen zu Grunde: Um eine Crowdfundingsumme von 10.000 EUR zu erreichen sind ca. 10.000 Besucher auf der Kampagnenseite notwendig oder 300 echte Unterstützer. 10.000 EUR sind ein durchschnittlicher Wert. Es gibt Projekte, die mit 5000 EUR auskommen, andere sammeln bis zu 200.000 Euro ein. Solche Kampagnen müssen aber auch viel größer geplant werden um entsprechende Netzwerke zu erreichen. Außerdem sollten die Macher der Kampagne ein kleines Dankeschön einplanen, das den jeweiligen Investmentwert realistisch widerspiegelt. Wir hatten uns unter anderem für T-Shirts und eine Kiste mit Bioprodukten entschieden. Eine gute Strategie ist es auch, wenn die Spender zuerst die Produkte erhalten: So sind die Entwicklungs- und Produktionskosten bereits finanziert und die Spender sind die ersten Abnehmer und geben im besten Fall positive Empfehlungen ab.

In Ihrem Shop vereinen Sie ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Wie äußern sich diese Prinzipien bei Upyama?

Unser Anliegen war es unter anderem, die lokale Szene zu vernetzen. Viele Hofläden wissen gar nicht, dass es 80 Kilometer weiter einen anderen Hofladen gibt. Diese können sich gegenseitig unterstützen. Außerdem schafft Upyama Transparenz in der Branche, denn wenn ein Kunde etwas bei Amazon aus China bestellt, dann kennt er weder den Anbieter noch das Produkt. Durch Upyama können sich Kunde und Produzent vernetzen, sparen Lieferwege und Verpackungsmüll. Dadurch schonen sie die Umwelt und unterstützen die lokalen Anbieter. Man muss den Verbraucher nur auf das Angebot in seiner Region aufmerksam machen. So schaffen wir es, einen Online Marktplatz für Kunden aufzubauen, die sich gesund ernähren und die Umwelt schonen möchten. Außerdem sorgen wir für Transparenz bei den Händlern und vernetzen die Szene. Wir haben so ein Konzept entwickelt, das in allen Punkten auf Nachhaltigkeit setzt und durch das Crowdfunding wissen wir, dass die Kunden ein echtes Interesse an diesem Geschäftsmodell mitbringen.

Haben Sie noch Tipps für Gründer?
Für mich war es die wichtigste Erfahrung, dass es einfacher ist, eine Türe offen zu lassen, als sie zuzuschlagen. Oftmals war ich bei Unternehmern und die Gespräche liefen nicht wie geplant. Man geht hinaus und ist enttäuscht, doch oft meldeten sich diese Unternehmen nach einer gewissen Zeit wieder und wir konnten doch noch zusammenarbeiten.
Außerdem müssen Gründer ihre Komfortzone verlassen. Egal ob Messen oder Infoveranstaltungen: Nehmt jeden Pitch mit, übt und werdet besser. Damit steigen die Chancen enorm, dass auch Euer Traum wahr wird!

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29.02.2016

„Die eigene Region ist etwas Schützenswertes“ – Upyama aus Eisenach zeigt grüne Einkaufsmöglichkeiten in der Umgebung auf

Der Paritätische Thüringen

Eisenach/Erfurt, 29. Februar 2016. „Meine Oma geht noch regelmäßig auf den Wochenmarkt“, erzählt Anja Hauer. Die Eisenacherin weiß aber auch, dass vielen heute die Zeit dafür fehlt, sich noch an den Martkständen umzuschauen, frisches Obst und Gemüse sorgfältig auszuwählen und einzukaufen. Stattdessen geht es häufig genug nach Dienstschluss schnell in den Supermarkt – und im Einkaufskorb landet alles, was man so braucht. Dabei spielt es nur für die wenigsten eine Rolle, woher die Lebensmittel kommen.

Anja Hauer findet das schade. Denn: „Die eigene Region, unsere Heimat, ist für viele Menschen etwas Besonderes, Schützenswertes.“ Und so kam sie auf die Idee, regionale Einkaufsmöglichkeiten aufzuzeigen, so genannte „Green Spots“. Denn oft genug ist es doch so: Den Bioladen um die Ecke kennt man vielleicht noch, aber was ist, wenn man unterwegs ist? Wo findet man das nächste vegane Restaurant, wenn man auf Geschäftsreise ist? Wo geht ein Allergiker am besten einkaufen? WSelche Hotels gestalten den Aufenthalt angenehm, wenn man gern Yoga macht und auf Bioprodukte nicht verzichten mag? Es sind Fragen wie diese, die Anja Hauer umgetrieben haben und aus der sie ihr Geschäftsmodell mit dem Namen „Upyama“ entwickelt hat.

„Bei meiner Recherche hier in der Region bin ich auf viele Produzenten großartiger regionaler Lebensmittel gestoßen“, berichtet sie. Aber nicht nur für Thüringen hat sie die Webseite oder ihre App gestaltet. Egal, an welchem Ort Deutschlands man sich befindet, mit wenigen Klicks soll man dort die lokalen „Green Spots“ finden. „Wir zeigen, was es in der Umgebung Nachhaltiges, Grünes und Regionales zu entdecken gibt. Vom Bioladen, Hofladen, dem Biohotel, dem veganen Restaurant, einer plastikfreien Einkaufsmöglichkeit, der glutenfreien Bäckerei, der Biofleischerei, dem Obsthof, dem nächsten Yogazentrum, dem Naturheiler bis hin zum nachhaltigen Möbelunternehmen und Fair Trade Webshops“, so Anja Hauer.

Vor allem liegt ihr die Sensibilisierung der Menschen für die Produkte aus der eigenen Region am Herzen: „Seien wir doch mal ehrlich: Warum den Honig aus 300 Kilometer Entfernung bestellen, wenn der Imker nebenan sich über einen neuen Kunden sehr freuen würde?“, fragt sie. Und sie ist überzeugt: 75 Prozent der Lebensmittel und Produkte für den täglichen Bedarf sind aus einem Umkreis von 200 Kilometern zu beziehen, wenn man Lieferanten, Hofläden und die richtigen Green Spots kennt. „Mit diesem bewussten Konsum stärken wir unsere eigene Region, lokale Produzenten und vermeiden zudem unnötige Lieferwege und Verpackungsmüll.“ Denn der Weg eines Produkts, das in Deutschland produziert wird, dann in zentrale Versandlager gelangt und schließlich im Supermarkt oder Online-Shop verkauft wird, kann bis zu 2000 Kilometer lang sein – und das, obwohl es viele dieser Produkte oft genug in der näheren Umgebung gibt.

Am 1. März geht Anja Hauer mit ihrer Geschäftsidee auf den Markt, wird die Webseite von „Upyama“ freigeschaltet, eine App soll kurzfristig folgen – und auch an vieles andere ist noch gedacht: „Mit dem Upyama Food Channel, dem Upyama Magazin und dem Upyama Blog sollen die Interessenten auf dem Weg zu einer gesunden und nachhaltigen Lebensweise begleitet werden. Gedacht ist an Tipps, Rezepte, Alltagstricks ebenso wie an Aufklärung über gesunde Ernährungsweisen, Produkte, Inhaltsstoffe und Alternativprodukte.

Der Upyama Food Channel ist beispielsweise ein Youttube Kanal, bei dem man über gesunde Ernährung ernährt wird, bei dem man Rezepte schnell als PDF downloaden und ausdrucken kann. Auch das Upyama-Magazin soll viele Tipps für eine gesunde Lebensweise enthalten.

Begleitet wurde Anja Hauer bei ihrem Weg in die Selbstständigkeit von den GründungsberaterInnen von Thex-Enterprise und von der Thex-Mikro0inanzagentur. Und pünktlich zum Start des neuen Angebots kam Ende vergangener Woche auch noch die gute Nachricht, dass die Finanzierung durch die KfW-Bank genehmigt ist. Ein Grund mehr für Anja Hauer, sich zu freuen, wenn sie am 1. März ihr neues Projekt bei der Gründer- und Unternehmermesse Ignition in den Thüringer Messehallen präsentiert. „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht“, so Anja Hauer.

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08.08.2015

Eisenacherin entdeckt Marktlücke im Internet

TA, TLZ, OTZ Thüringen

Eisenach. Anja Hauer hat eine Marktlücke im Internet entdeckt und treibt ihre Geschäftsidee mit viel Energie voran.

Wenn alles klappt, könnte es ein ganz großes Internet-Ding werden, und das aus Eisenach: Anja Hauer arbeitet an einer neuen Plattform, die sich ganz dem Thema „Nachhaltiges Leben“ widmen wird. Unter der Marke „Upyama“ soll es dort nicht nur entsprechende Produkte geben, sondern auch ein Podium für Gleichgesinnte.

Nachhaltigkeit ist weltweit im Trend: Immer mehr Menschen suchen nach einer bewussten und gesunden Lebensweise, die zugleich sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umgeht. Das beschränkt sich nicht nur auf Öko-Produkte, vegetarische Kost oder sportliche Betätigung.

Kleinst-Firmen arbeiten alte Möbel oder Geräte auf, machen daraus neue Produkte, etwa schicke Kleiderständer aus Bauschrott: Das nennt man „Upcycling“ in Anlehnung an das Recycling. Reparieren statt wegwerfen ist im Trend, wie Tauschzirkel, selbst gemachte Lebens-mittel und winzige Nutzgärten auf Balkonen und Dächern in den Städten. Anja Hauer ist seit drei Jahren Marketingchefin von „Bettkonzept“ in Gerstungen, wo es Produkte fürs Schlafzimmer gibt, die zum Beispiel für Allergiker geeignet sind.

„Viele Kunden, die ich getroffen habe, wollen auch auf andere Weise gesund und nachhaltig leben“, sagt Anja Hauer. Wie sie herausfand, gebe es im Internet zwar Bio-Plattformen oder solche für Veganer, aber keine, die alle nachhaltigen Angebote bündeln – vor allem nicht die von kleineren Produzenten, die oft nicht das Wissen haben, ihre Waren im Netz zu vermarkten.

Regionale Anbieter besonders wichtig

Auf der eigens nach Hauers Plänen entwickelten „Upyama“-Seite können Kleinsthändler künftig Waren anbieten, gegen eine Monatsgebühr im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich, sagt die Gründerin.

Dazu nimmt sie Kontakt mit ihnen auf: „5000 stehen auf meiner Liste.“ Nur wer zertifiziert sei oder die Nachhaltigkeit seiner Produkte belegen kann, werde aufgenommen. Ein Bewertungssystem soll helfen, die Qualität der Angebote zu sichern: „Transparenz für die Kunden ist uns äußerst wichtig“, sagt die Jung-Unternehmerin

Besonders am Herzen liegen ihr dabei die regionalen Anbieter: „Es gibt zum Beispiel so viele Hofläden, die nur wenig bekannt sind, die aber kurze Lieferwege bieten, was die Natur schont“, so Hauer. Der Einkauf soll auf der Plattform darum auch nach Postleitzahlen sortiert möglich sein. Neben dem Verkauf soll es auf Upyama Diskussions- und Ratgeberforen geben und sogar einen eigenen Youtube-Kanal, etwa mit veganen Kochanleitungen.

Zur Zeit wirbt die 26-jährige ehemalige BA-Studentin um Investoren, auch per „Crowdfunding“, einer Werbung um viele private Klein-Summen, mit der schon ganze Kinofilme wie „Stromberg“ finanziert wurden. Noch bis 12. September können Menschen auf der Internetseite startnext.de, die an die Idee glauben, Beträge bis zu 1000 Euro geben. Im Gegenzug erhalten sie zum Beispiel Gutscheine für den späteren Einkauf auf Upyama.

Der Geschäftsplan von Anja Hauer, die die Plattform gemeinsam mit Ehemann Eric Hentschel betreiben wird, ist professionell und ehrgeizig. Im November wird sie ihren Job aufgeben und sich ganz dem Projekt widmen, an dem sie jetzt schon täglich nach Feierabend und am Wochenende arbeitet. Im März 2016 soll es offiziell starten. Vom Erfolg ist Hauer überzeugt, ebenso wie Olaf Börner.

In dessen erfolgreicher IT-Firma im Stedtfelder Gewerbegebiet hat sie ein Büro bezogen. „Ich finde die Idee super. Da kann was großes draus werden. Das sind die Arbeitsplätze von morgen, die Thüringen braucht. Ich unterstütze Anja deshalb, auch mit meinen vielen Kontakten“, sagt Förderer Börner, der vor 20 Jahren selbst klein angefangen hat und heute bundesweit Kunden hat.

Klaus Wuggazer / 08.08.15 / TA