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Plastikfrei Leben

intime Einblicke

Oft werde ich gefragt, was mein Wendepunkt zum nachhaltigeren Leben war. Vielleicht geht es Dir auch so. Aber das ist schwer an ein, zwei markanten Punkten auszumachen. Es ist eher eine Entwicklung, die auch nie enden wird. Das finde ich das Spannende am Thema Nachhaltigkeit. Bewusst zu leben und dabei immer wieder neue Aspekte zu erkennen, an mir selbst und an den Menschen in meinem Umfeld, aber auch immer wieder offen zu sein für neue Erkenntnisse, neue Infos usw.
Dennoch kann ich sagen, dass mein aktiver Weg zu mehr Bewusstheit im Konsum in meinem Bad begonnen hat. Gerade im Bad lässt sich ganz einfach richtig viel Müll einsparen. Sei es bei den Putzmitteln, Waschmitteln, Körperpflege, Zahnhygiene o.ä.

Auf einen Punkt, der sehr persönlich ist, möchte ich heute genauer eingehen. Die alternative Monatshygiene.

Auch wenn es leider oft noch ein Tabuthema ist, für mich ist es das Natürlichste in der Welt einer Frau und für mich beginnt gerade dabei der bewusste Umgang mit mir selbst und meinem Körper.
Hast Du Dir auch schon mal Gedanken gemacht, wie viel Müll Du dabei produzierst? Das kann man sich ja relativ schnell hochrechnen. Hinzu kommen immer wieder neue Testergebnisse mit bedenklichen Stoffen in Binden, Tampons und Co.

Chemie pur!

Daher war es für mich naheliegend, dass ich diese Dinge nicht mehr nutzen möchte, wenn ich mich in meinen Körper wohlfühlen will.
Um meine persönlichen Schritte nachvollziehbarer zu machen, muss ich einen Schritt zurück gehen.
Vor ein paar Jahren habe ich die Pille abgesetzt. Grund dafür war, dass ich ständig launisch war, mich selbst oft nicht ausstehen konnte und immer weniger Lust auf Sex hatte. Hinzu kam natürlich auch, dass ich keine Lust mehr hatte, meinen Körper ständig mit Chemie voll zu stopfen, ihn im Glauben zu lassen, ich sei schwanger. Die Pille habe ich genommen seit ich 14 war und damit (Schwangerschaften ausgenommen) insgesamt über 17 Jahre lang. Es war so eine Befreiung und eine der besten Entscheidungen in meinem Leben, die Pille abzusetzen. Dadurch habe ich auch ein ganz anderes Empfinden meinem Körper gegenüber bekommen, habe mich wohler gefühlt und ein weiteres Stück zu mir selbst gefunden.
Der Schritt zur alternativen Monatshygiene war für mich also nur noch ein kleiner.

Da ich vorher Tampons benutzt habe, ist meine Wahl auch relativ schnell auf eine Menstruationstasse gefallen. Binden fand ich schon vorher unangenehm und deshalb habe ich mich nur kurz über Stoffbinden informiert, bin dann aber auf eine ganz tolle Facebook-Gruppe gestoßen, die mir gut zur Seite stand bei der Wahl der richtigen Tasse.
Inzwischen gibt es ja wirklich wahnsinnig viele und für jede Frau, jedes Mädchen ist etwas dabei. Wer mich durch Upyama schon ein wenig kennt, weiß, dass mir Herstellung und Herkunft sehr wichtig sind. Bisher gibt es nur eine Menstasse, die auch in Deutschland produziert wird, die Merula Cup. Dieser Cup ist allerdings so toll konzipiert, dass er durch seine Anpassungsfähigkeit zu allen Bedürfnissen jeder Frau passt.
Mehr dazu kannst Du hier lesen:

Merula Cup Menstruationstasse verschiedene Farben

 

Als ich mit meinen Freundinnen und meiner Schwester darüber gesprochen habe, erntete ich am Anfang viele skeptische Blicke. Das Argument, dass sich viele vor dem eigenen Blut ekeln, kann ich nachvollziehen. Und dennoch finde ich inzwischen den Gedanken wesentlich unangenehmer, dass ich einen Tampon benutze, der mit vielen anderen zusammen im Badmüll weniger angenehme Gerüche entwickelt. Und mein Blut sehe ich genauso an/in einem Tampon. Für mich persönlich macht es keinen Unterschied, dass ich mein Blut aus der Tasse entleere. Und vor allem muss ich nicht befürchten, dass Gäste oder meine Kinder Dinge im Badmüll finden, die sie nicht unbedingt sehen wollen und von denen ich auch nicht möchte, dass sie jemand sieht.

Die Vorteile einer Menstasse überwiegen ganz deutlich. Wusstest Du, dass Du eine Menstasse bis zu 12 Stunden lang nutzen kannst ohne auszulaufen? Natürlich ist das von Frau zu Frau verschieden, abhängig von der Stärke der Monatsblutung. Trotzdem fasst eine Menstasse ein wesentlich größeres Volumen als ein Tampon, den man an den starken Tagen schonmal nach 2-3 Stunden wieder wechseln muss. Außerdem berichten viele Frauen, dass die Krämpfe weniger stark sind, wenn sie ihre Tage haben. Ich bin zum Glück gesegnet mit eher schmerzfreien Blutungen, kann aber auch bestätigen, dass mein Beckenboden während meiner Mens mit einer Tasse irgendwie viel entspannter ist als mit einem Tampon. Zudem trocknet die Tasse keine Schleimhäute aus. Tampons haben bei mir vor allem an den schwächeren Tagen ganz extrem eine Trockenheit provoziert, die dann sogar teilweise in einer Blasenentzündung endete.
Viele Frauen argumentieren, dass es für sie im Berufsalltag schwierig ist, die Tasse auszuleeren, weil in den wenigsten Toiletten auch ein Waschbecken direkt in der Kabine vorhanden ist. Dieses Argument leuchtet mir absolut ein. Für diese Fälle würde ich persönlich auf Stoffbinden zurück greifen, hier kann ich allerdings nicht aus Erfahrung schreiben.

Alles in allem ist die Wahl der Monatshygiene von Frau zu Frau unterschiedlich und da gibt es kein Gut oder Schlecht. Gut zu wissen ist dennoch, dass es für alle herkömmlichen Hygieneartikel eine nachhaltige, umweltschonende Alternative gibt.
Schaut dazu gern in meinem Shop vorbei oder schreibt mich auch gerne an. Ich bin für alle Fragen und Anregungen dankbar.

Diese ganz persönlichen und intimen Blog möchte ich mit einem Aufruf zu unserer Weiblichkeit beenden. Mädels, lasst Euch auf diese Erfahrung ein, lernt Euch und Euren Körper ein Stück besser kennen, genießt alles, was zur Weiblichkeit gehört und genießt es vor allem, Euch und Eurem Körper etwas Gutes zu tun. Nicht nur durch Ernährung, Sport und Freizeit. Sondern eben ganz besonders in den intimsten Momenten einmal im Monat, in denen Ihr das Natürlichste und Wunderbarste am Frausein erleben dürft. Ich für mich kann es durch meine natürliche Monatshygiene wirklich genießen, jeden Monat neu.

Dazu gehört im Übrigen für mich auch die natürliche Verhütung. Dazu aber dann mehr in einem nächsten Blogartikel.

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